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Heiden am Bodensee (CH): am 30. Oktober 1910 stirbt 90-Jährig Jean-Henry Dunant, der Gründer der größten weltumfassenden Hilfsorganisation
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf keine andere Person im Roten Kreuz sind wir so stolz wie auf den Gründer Henry Dunant.
Was er bei der Schlacht von Solferino 1859 erlebt hatte ließ er nicht auf sich beruhen, sondern entwickelte seine Visionen und setzte sie um. Bereits 1863 wurde die erste Nationale Hilfgesellschaft gegründet und 1864 die erste Genfer Übereinkunft (Konvention) geschlossen: zur Linderung des Loses der kampfunfähigen Streitkräfte im Felde.
Aus dem "Kommitee der Fünf" entstand das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das heute weltweit die Einhaltung der Genfer Konventionen und der Zusatzprotokolle überwacht und Anwalt aller Unterdrückten Menschen auf der Welt ist. Die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften hilft in Katastrophen rund um den Erdball.
Zu Dunants Lebzeiten war das "Rote Kreuz" ihm nicht sehr dankbar. Weil er unternehmerisch keinen Erfolg hatte und auch die Ausgaben für seine Tätigkeiten nicht mehr begleichen konnte wurde er in der Genfer Gesellschaft gemieden und verschwand für ein Vierteljahrhundert "von der Bildfläche".
Als das Nobel-Komitee Henry Dunant 1901 mit dem allerersten Nobel-Preis ehren wollte, fand man ihn in einem Altenheim in Heiden am Bodensee, wo er vereinsamt lebte. Er erhielt die Auszeichnung zusammen mit dem Pazifisten Fréderic Passy.
Die Geschichte des Roten Kreuzes ist spannend und birgt immer wieder Neues.
Herzlichst,
Ihr Stephan Racky